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Neue Pläne für das Kloster Geistingen
Nutzungskonzept will respektvoll mit der Tradition umgehen
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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge stellte Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke heute vor, wie ein Herzstück der Hennefer Geschichte, die gut 100 Jahre alte Klosteranlage Geistingen, in Zukunft genutzt werden soll.
Die dort lebenden Ordensbrüder werden ihren Standort aufgeben. Dies sei ein gravierender Einschnitt in die Hennefer Stadtgeschichte. Der Orden der Redemptoristen hatte das große Gebäude mit angrenzender Kirche Anfang des 20. Jahrhunderts als Ausbildungsstätte für die Ordensmitglieder gebaut.
Am 18.02.1902 genehmigte die preußische Regierung den Klosterneubau in Geistingen, nachdem das Kloster der Redemptoristen in Trier räumlich nicht mehr für Seminar und Hochschule ausreichte. Architekt war Theodor Roß (ebenfalls Architekt von Simon und Judas in Hennef).
Die Grundsteinlegung erfolgte am 19.03.1902.
Im Laufe seiner Geschichte war es Konferenzzentrum, zeitweise auch Waisenhaus und staatlich anerkannte philosophisch/theologische Hochschule. Aus finanziellen und personellen Gründen wurde der Lehrbetrieb schon 1996 eingestellt, im Jahr 2001 entschloss sich der Orden, sein Domizil in Hennef ganz aufzugeben. Er beauftragte das im Umgang mit Baudenkmälern erfahrene Unternehmen ALIA Architektur und Denkmalpflege aus Sankt Augustin, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. Zunächst für das Kloster, dessen Charakter die Eigentümer bewahren wollten, dann für die Nebenflächen und die Kirche. In enger Absprache mit der Denkmalbehörde und der Stadt Hennef wurde das Konzept entwickelt und anschließend zur Vermarktung an die Immobilien-Spezialisten von Stoffel, Bertz & Partner übergeben. Das St. Augustiner Unternehmen gewann zeitnah ideale Investoren für das Projekt. Heute stellte es Bürgermeister Klaus Pipke zusammen mit den Investoren erstmals der Öffentlichkeit vor.
Die Beteiligung der Stadt läuft im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens als untere staatliche Bauaufsichtsbehörde. Daher ist die Beteiligung des Rates nicht erforderlich. Wegen der Bedeutung der Maßnahme wird der zuständige Denkmalschutzausschuss, sobald genehmigungsfähige Unterlagen vorliegen, in Kenntnis gesetzt.
An der Pressekonferenz nahmen ferner teil: Pater Hermann ten Winkel und Pater Ulrich Behlau vom (Orden der Redemptoristen, ALIA-Geschäftsführer Ulrich Schwarz, Matthias Korff, Vertreter der Fa. Tecklenburg, einem renommierten Bauunternehmen, das auf unter anderem auf den Umbau denkmalgeschützter Gebäude spezialisiert hat, sowie Guido Bierther aus der Geschäftsleitung von Airnergy und Balbir Singh, Physiotherapeut und langjähriger Betreuer eines mehrfachen Formel-1-Weltmeisters. Die beiden haben gemeinsam die Kirche erworben.
Das Konzept sieht vor, in dem denkmalgeschützten alten Teil des Klosters 52 hochwertige Eigentumswohnungen einzurichten. Dazu sollen auf den Nebenflächen, den ehemaligen Stallungen, weitere 10 Eigentumswohnungen im Townhouse Stil errichtet werden. Der in den sechziger Jahren entstandene Anbau an das Kloster wirc) abgerissen. Anstelle dessen ist Wohnbebauung vorgesehen. Für das angrenzende Gelände stellte die Stadt einen Bebauungsplan auf, das Verfahren ist derzeit noch nicht abgeschlossen.
![]() Die Kirche des Klosters wird zum Wohlfühl-Paradies |
Aus der Kirche wird etwas ganz Besonderes: ein
Wohlfühl-Paradies mit einem öffentlichen Bereich und einem VIP-Bereich, das der weltweit bekannte indische Physiotherapeut Balbir Singh leiten wird. Das Management liegt bei Airnergy. Balbir Singh ist dem Hennefer Unternehmen Airnergy eng verbunden, ist Botschafter für die junge, erfolgreiche Gesundheitstechnologie, kümmert sich um die Mitarbeiter und sieht dort seine Zukunft. Als sehr religiöser Mensch empfindet er große Ehrfurcht und Verantwortung für seine neue Wirkungsstätte.
Die etwa ein Dutzend bis jetzt noch in Hennef lebenden Redemptoristen sind ebenso wie ihre Ordensleitung, wie die Denkmalschützer und die Vertreter der Stadt mit der geplanten Nutzung sehr einverstanden. Alle Planer und die neuen Eigentümer, soweit sie bisher feststehen, haben Respekt vor der geschichtsträchtigen Klosteranlage und werden sensibel damit umgehen.
Zur Zeitplanung: Am Sonntag, den 8. Januar 2006, verabschieden sich die Redemptoristen mit einem letzten Gottesdienst von Hennef.
Dies wird auch ein Abschied von den sogenannten „Kapellengemeinden" sein, welche von den Redemptoristen in vielen Stadtteilen Hennef über Jahrzehnte hinweg betreut wurden,
Bis zum 31. März 2006 soll der Gebäudekomplex geräumt sein, danach sollen die Umbauarbeiten beginnen. Die Vermarktung der steuerlich geförderten Eigentumswohnungen beginnt Ende Oktober 2005. Bis dorthin entsteht auch eine Musterwohnung innerhalb des Klosters, die ab diesem Zeitpunkt zur Besichtigung offen steht.
Der komplette Umbau soll Mitte 2006 abgeschlossen sein.



